Danielas Routenplanung für eine Rundreise Marokko

Die arabische Welt hat mich schon immer fasziniert. Daher habe ich letztes Jahr bereits Dubai besucht und in diesem Jahr soll es, für etwas mehr als 2 Wochen, nach Marokko gehen. Marokko ist viel zu spannend und vielseitig, um nur eine Stadt zu besuchen. Daher habe ich eine Rundreise durch dieses schöne Land geplant. In diesem Artikel schreibe ich über die Planung dieser Reise, meine Pläne und Wünsche.

Die beste Reisezeit für Marokko 

Eine kurze Recherche nach der besten Reisezeit ergab, dass die ideale Reisezeit für eine Rundreise durch Marokko im Zeitraum April bis Mitte Juni oder September bis November liegt. Im Norden Marokkos ist das Wetter in diesen Zeiträumen warm und trocken, im Süden ist es nicht zu heiß. Also beschlossen mein Freund und ich die Pfingstfeiertage zu nutzen, um 17 Tage in Marokko zu verbringen.

Die Anreise

Auf unserer Suche nach Flügen mussten wir mehrere Faktoren beachten: Als wichtigste Faktoren würde ich Preise und günstig gelegene Flughäfen für die Rundreise bezeichnen. Natürlich spielte auch die Reisezeit selbst und die Reisedauer eine wichtige Rolle. Da ich in Hamburg lebe, möchte ich natürlich gerne direkt ab Hamburg Airport verreisen. Um von Hamburg nach Marokko zu kommen ist es fast unmöglich einen günstigen Direktflug zu erhalten. Sollte man mit dem Reisedatum flexibel sein, lohnt es sich bei der Suche auf jeden Fall nach den Preisen für verschiedene Tage zu suchen und Gabelflüge zu nutzen. Oft sind zudem Flüge an Wochentagen günstiger als am Wochenende. Unser Hinflug geht nun mit Air France von Hamburg über Paris nach Casablanca. Zurück geht es dann von Marrakech über Amsterdam. Mit dem Umsteigen am Flughafen habe ich persönlich bisher noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Natürlich macht ein Gabelflug nur Sinn, wenn der Umstieg auf der Reiseroute liegt. Nach Dubai zu fliegen, um dort nach Marrakech umzusteigen ist wohl eher sinnbefreit. Aber nicht lachen: Auch das wurde mir von entsprechenden Flugsuchmaschinen vorgeschlagen.

Die Planung der Rundreise

Da wir bereits in den USA Rundreisen unternommen hatten, überlegten wir zunächst nur Hotels für die Ankunft und die letzte Nacht zu buchen. Wir entschieden uns dann aber relativ schnell wieder gegen diese Idee. Bei einer Rundreise mit begrenztem Zeitrahmen, durch ein so spannendes Land wie Marokko, wollte ich keine Zeit dafür verschwenden eine Bleibe für die Nacht zu finden. Wir buchten daher eine komplette, individuelle Rundreise, bei der ich alle Stationen und die Aufenthaltsdauer selber gewählt habe. Dabei werden wir uns sowohl mit Zug, Bus, Privatchauffeur, Mietwagen, als auch auf dem Dromedar fortbewegen.

Unsere Strecke im Überblick: Casablanca – Rabat – Meknes – Fes – Rissani – Erg Chebbi Wüste – Dades-Schlucht – Ait Benhaddou – Marrakesch – Essaouira – Agadir – Marrakesch.

140403_Marokko_Desert

Tag 1: Casablanca

Von Hamburg über Paris bringt uns unser Flug nach Casablanca. Dort bleibt uns leider nur sehr wenig Zeit, da wir erst am späten Nachmittag ankommen und am nächsten Vormittag wieder abreisen. Wir werden also versuchen an diesem Tag zumindest ein wenig von Casablanca zu erkunden. Ein Besuch der Hassan II Moschee, der fünftgrößten Moschee der Welt, wird uns leider nicht möglich sein, aber von außen besichtigen möchten wir sie auf jeden Fall. Da mich die Geschichte von Städten immer am meisten fasziniert, lockt mich natürlich außerdem vor allem auch die Medina von Casablanca. (Medina ist die Bezeichnung für die Altstadt arabischer Städte.) Den ersten Abend in Marokko kann man dann sicher außerdem sehr gut an der Küste entlang des Boulevard de la Corniche genießen. Dort sorgen internationale Restaurants, Bars, Hotels und Diskotheken für ausreichend Unterhaltung und wenn man genug vom Getümmel hat, macht man einfach einen Abstecher zum Strand.

Tag 2 + 3: Rabat

Am zweiten Tag starten wir so richtig in das Abenteuer Marokko. Ein Zug bringt uns von Casablanca nach Rabat. Die Hauptstadt Marokkos liegt an der Atlantikküste am südlichen Ufer des Flusses Bou-Regreg. An diesem Tag bin ich zunächst einmal sehr gespannt auf die Zugfahrt durch Marokko und die ersten Eindrücke außerhalb Casablancas. In Rabat selbst haben wir zwei Übernachtungen eingeplant und haben dadurch dann etwas mehr Zeit für die Besichtigung der weißen Königsstadt. Sehen möchte ich auf jeden Fall den Königlichen Palast, den man aber leider nicht besichtigen kann. Ein Must-See in Rabat ist der Tour Hassan. Der heute freistehende Turm ist eigentlich das Minarett der unvollendeten großen Moschee, die im 12 Jahrhundert in Auftrag gegeben wurde und DAS Wahrzeichen der Stadt. Außerdem möchte ich auch in Rabat die alte Medina besuchen und ich habe gelesen, dass die Chellah-Nekropole auf jeden Fall eingeplant werden sollte. Die merinidische Totenstadt betritt man durch ein großes steinernes Portal aus dem 14. Jahrhundert. Zudem möchte ich auch einmal den Fluss überqueren und die Schwesterstadt Salé besuchen, die viel weniger moderne Einflüsse abbekommen haben soll.

Tag 4: Meknès

Nach der zweiten Nacht in Rabat geht unserer Reise erneut mit dem Zug weiter nach Meknès. Die Souks der Stadt gehören angeblich zu den schönsten und ursprünglichsten Marokkos und die Medina wurde 1996 in die UNESCO Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie sehr sich die Medinas und Souks der verschiedenen Städte unterscheiden werden. In Meknès möchte ich außerdem auf jeden Fall Bab Mansour besichtigen, das größte und imposanteste Tor der Stadt. Als weitere Sights locken zudem Heri es-Souani, ein großer befestigter Kornspeicher und das Bassin de l’Agdal, ein großes Wasserbecken. Viel zu erleben für einen Tag, aber wir lassen einfach alles auf uns zu kommen und nehmen so viel mit wie es uns möglich ist.

Tag 5: Volubilis und Moulay Idriss

Am Morgen des fünften Tags werden wir am Hotel von einem Fahrer abgeholt. Erste Station: Volubilis. Die am besten erhaltenen Ausgrabungen von römischen Siedlungen in Nordafrika und eine der laut meiner Reiseführer schönsten archäologischen Stätten des Landes. Zudem ist auch Volubilis seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe und gehört damit unbedingt als Station auf unsere Tour durch Marokko. Schließlich möchten wir auf unserer auch etwas über die Geschichte und vergangenen Kulturen erfahren. Danach geht es weiter für einen Nachmittag in Moulay Idris. Die kleine Stadt liegt etwa 27 km nördlich von Meknès. Letzter Halt für diesen Tag ist dann Fés, wo wir dann zwei Nächte verbringen werden.

Tag 6: Fés

140403_Marocco

Den kompletten sechsten Tag verbringen wir in der ältesten Königsstadt und derzeit drittgrößten Stadt Marokkos. Fés hat die besterhaltene islamische Altstadt der arabischen Welt. Weltbekannt ist das Gerberviertel, in dem Felle und Häute bearbeitet und gefärbt werden. Die großen Kalkbehälter, in denen diese gefärbt werden, sollen beeindruckend anzusehen sein. Die Altstadt Fés el Bali kann gut zu Fuß besichtigt werden, aber ich habe gelesen, dass die Gassen sehr verwinkelt sind und man sich dort leicht verlaufen kann. Ich freue mich aber schon darauf durch die Gassen zu stromern und Marokko zu erleben. Irgendwie finden wir aus den verwinkelten Gassen und Sträßchen sicher wieder hinaus.

Tag 7: Rissani

Ab dem siebten Tag werden wir mit unserem eigenen Mietwagen unterwegs sein. Ziel unserer Fahrt an diesem Tag ist Rissani, ein kleinerer Ort in der Nähe der Erg Chebbi Wüste. Dort können wir am Hotelpool den Tag ausklingen lassen, die Eindrücke der ersten 7 Tage verarbeiten und uns auf einen meiner Höhepunkte freuen: den Ausflug in die Erg Chebbi Wüste.

Tag 8: Erg Chebbi Wüste

Auf dem Programm für diesen Tag steht zunächst einmal ein entspannter Morgen in unserem Hotel in Rissani. Gegen Mittag starten wir dann zu unserer Nacht in der Wüste. In Kasbah Mohayut wechseln wir vom Mietwagen auf ein Dromedar. Auf diesem reiten wir dann zu unserem Campingplatz mitten in der Wüste. Ich bin schon sehr gespannt auf die Stimmung, die Stille und den Blick in die Sterne. Nirgendwo soll man so toll die Sterne sehen können, wie mitten in der unbelebten Wüste. In Dubai konnte ich bereits einen ersten Eindruck von der Wüste gewinnen und ich freue mich daher schon sehr auf diese Nacht, die für mich eindeutig den Höhepunkt dieser Reise darstellt.

Tag 9: Erg Chebbi Wüste und Rissani

Der Tag in der Wüste startet für uns sehr früh, damit wir den hoffentlich atemberaubenden Sonnenaufgang nicht verpassen. Nach einem leckeren Frühstück und einem erneuten Ritt auf dem Dromedar durch die Wüste lassen wir diesen Tag in unserem Hotel in Rissani ausklingen. Dort können wir am Pool die Eindrücke aus der Wüste nochmal so richtig auf uns wirken lassen, uns entspannen und uns auf die weitere Reise vorbereiten. Ein wenig Entspannung tut uns auf unserer voll gepackten Rundreise sicher sehr gut.

Tag 10: Dades-Schlucht

Frisch erholt und gestärkt geht es dann am nächsten Tag weiter in die wunderschöne Dades-Schlucht. Für diesen Tag habe ich noch keinen konkreten Plan. Das Dades-Tal soll eine großartige Gebirgslandschaft vor dem Hintergrund des Hohen Atlas bieten. Inmitten eines Wüstentals zu stehen, während man im Hintergrund schneebedeckte Berge sehen kann, stelle ich mir sehr beeindruckend vor.

Tag 11: Ait Benhaddou

140403_Marokko_2

Nach einer Übernachtung in Dades starten wir mit einer dreistündigen Wanderung durch das Dades-Tal in den elften Tag. Ich freue mich schon darauf mit einem erfahrenen Führer die Landschaft zu erkunden. Im Anschluss daran fahren wir Richtung Ait Benhaddou, wo wir auch die Nacht verbringen werden. Die Kasbah dort möchte ich unbedingt besuchen. Auch sie steht seit 1987 als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Zudem diente die Stadt für zahlreiche Hollywood-Produktionen als Kulisse für arabische Städte. Darunter unter anderem für die Filme Lawrence von Arabien (1962), Die Mumie (1999), Gladiator (2000), Alexander (2004) und Prince of Persia: Der Sand der Zeit (2010).

Tag 12 / 13: Marrakech

140403_Marrakesch_night

Von Ait Benhaddou aus geht es dann über den höchsten Bergpass Marokkos, die „Col Tizi-n-Tichka“ (2.660m hoch), nach Marokko. Dort geben wir unseren Mietwagen wieder ab, um uns ganz ins Getümmel dieser faszinierenden Stadt zu werfen. Marrakech ist für mich der zweite Höhepunkt auf dieser Reise. Wie gut, dass wir zwei Tage haben, um diese spannende Metropole Marokkos zu erkunden.
Definitiv besuchen möchte ich den Djeema el-Fna. Der große Platz vor dem Eingang zu den Souks. Dort soll es vor allem ab der Dämmerung erst richtig sehenswert sein. Der Djeema el-Fna wird in einigen Reiseführern auch „Freilufttheater und Restaurant in Einem“ genannt. Man kann dort den Schlangenbeschwörern, sowie Tänzern, Akrobaten und Sängern zusehen, als auch an den zahlreichen Essständen ausgefallene Gerichte wie Schneckensuppe oder Schafshirn probieren. Mal sehen, ob ich mich traue 🙂 Natürlich sind auch die Medina mit ihren Souks in Marrakech wieder einmal ein großer Anziehungspunkt für mich.

Des Weiteren steht noch die größte Koranschule Marokkos „Medersa Ali ben Youssef“ auf meiner Sightseeing-Liste, sowie die Stadtmauer und deren zahlreiche Tore. Diese ist allerdings 16km lang und dafür vielleicht doch etwas zu viel für einen Nachmittag zu Fuß. Ich habe gelesen, dass man in Marrakech sehr gut mit einer Pferdekutsche besichtigen kann. Vielleicht ja eine ganz schöne Idee. Als Letztes auf meiner Liste möchte ich unbedingt den Jardin Majorelle besichtigen. Dieser Garten ist vor allem bekannt dadurch, dass er Pflanzen aus allen 5 Kontinenten, aber hauptsächlich Kakteen und Drillingsblumen, beheimatet. Der Garten wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vom französischen Maler Jacques Majorelle angelegt und gehört seit 1980 dem französischen Modedesigner Yves Saint Laurent. Wenn das nicht Grund genug ist.

Tag 14 / 15: Essaouira

Nach dem pulsierenden Marrakech geht es für uns endlich wieder ans Meer. Mit dem Bus reisen wir nach Essaouira. Die kleine Hafenstadt soll um einiges weniger touristisch sein, als die Touristenhochburg Agadir. Dort möchte ich natürlich zum einen noch einmal am Strand entspannen und die Sonne Marokkos genießen, aber auch den Fischereihafen besichtigen und auch dort die alte Medina besuchen, die wieder einmal zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Wir überlegen außerdem einen kleinen Segeltörn zu buchen und noch einmal das Meer in vollen Zügen zu genießen. Das klingt auf jeden Fall sehr verlockend, steht aber noch nicht fest. Alternativ gäbe es außerdem auch noch die Möglichkeit in einer der zahlreichen Surfschulen einen Surfkurs für Anfänger zu besuchen oder ein Kamel zu mieten, um mit ihm am Strand entlang zu reiten. Essaouira ermöglicht all dies. Wir wollen aber nichts erzwingen und entscheiden das spontan nach Lust und Laune vor Ort.

Tag 16: Agadir

An unserem letzten Tag in Marokko machen wir doch noch einen kurzen Abstecher nach Agadir, wohin wir erneut mit dem Bus gelangen. Auch wenn ich schon viel darüber gelesen habe, dass die Stadt sehr touristisch sein soll, möchte ich mir doch noch mein eigenes Bild machen. Im schlimmsten Fall genieße ich einfach meinen letzten Tag am Strand, tanke Sonne, beobachte die zahlreichen Touristen und spiele Nationalitäten-Raten mit meinem Freund. Übrigens auch ein spannendes Spiel bei langen Wartezeiten am Flughafen ;-).

Tag 17: Rückreise

Nach 17 Tagen geht unsere Reise durch das schöne Marokko leider schon wieder zu Ende. Ein Fahrer bringt uns von unserem Hotel in Agadir zum Flughafen von Marrakech und wir fliegen über Amsterdam zurück nach Hamburg. Hoffentlich mit vielen schönen Erinnerungen, Geschichten und Fotos im Gepäck.

———————————————————————————————————————————————————–

Über die Autorin:
Daniela Richardon ist im schwäbischen Ulm geboren und lebt seit April 2011 in Hamburg. Dort ist sie seitdem im Projektmanagement und der Konzeption von Social Media Aktivitäten und Online-Kampagnen tätig. In ihrer Freizeit nutzt sie jede freie Minute für Fitness, Kochen, Shopping und Reisen. Diese vier Leidenschaften bringt sie auf ihrem Blog rassambla.de  unter einen Hut.

Mehr von Daniela gibt es auch bei Twitter
und bei Facebook

About fluggast

fluggast Unsere Fluggäste im tripsta Blog sind Reise- und Techblogger sowie Reisebegeisterte, die hier als Gastautoren zum Thema "Digitales Reisen" bloggen. Wir sind jederzeit auf der Suche nach weiteren Gastautoren. Bei Interesse könnt ihr euch gerne bei Christina (blog (at) tripsta.de) melden.

TAGS: , , , , , ,

2 Comments

  1. Joe says:

    Na das hört sich ja richtig klasse an.
    Hoffentlich zeigt Tripsta ein paar Bilder und Eindrücke 🙂

  2. Katia Winter says:

    Hallo Daniela,
    Das war eine Lektüre, wie ich sie liebe. Ich bin total begeistert von deinem ausführlichem und sehr unterhaltsamen Bericht! – das macht richtig Lust auf Marokko 🙂
    Beste Grüße aus Saarland

Leave a Comment