Frauen, alleine reisen fetzt. Aber richtig.

Als ich zum ersten Mal in meinem Leben alleine in ein Flugzeug Richtung Thailand gestiegen bin, war ich sage und schreibe 30 Jahre alt. Und ich hatte damals vor allem eins: Angst. Angst, alleine zu reisen, mich zu verlaufen, keine Übernachtungen zu finden, niemanden kennenzulernen, umgeben zu sein von lauter partywütigen 20-jährigen Abiturienten oder noch schlimmer Pauschaltouristen, die keine Augen für die Schönheit des Landes, sondern nur die der jungen Thailänderinnen haben. Vom jetzigen Standpunkt aus kann ich nur herzhaft über mich damals lachen, aber bis zu diesem Zeitpunkt war ich eben nie alleine und immer nur in Europa unterwegs gewesen. Obwohl mein damaliges Interesse an der asiatischen Kultur sich mehr oder weniger auf die Auswahl der Speisekarte meines Lieblings-Thai um die Ecke beschränkte, wählte ich Thailand als mein erstes Reiseziel. Denn es wurde mir empfohlen und das Internet sagte damals auch: ist sicher, auch für Frauen.

Ich mit langen Haaren & Elefant

Ich mit langen Haaren & Elefant

Seither hab ich einige Trips alleine unternommen und ich kann wirklich nur jedem (und natürlich explizit jeder Frau) sagen: Alleine reisen fetzt. Da ich mit der Zeit auch immer „mutiger“ bei der Auswahl meiner Reiseziele werde, lese ich mich regelmäßig durch die Tipps der Reise-Blogosphäre. Anlässlich des Frauentags habe ich mal ein paar Links von Artikeln zum Thema zusammengestellt, die ich als sehr lesenswert empfinde.

Angst vor Einsamkeit: Wirklich alleine ist man ja irgendwie dann doch nicht
Ute von Bravebird hat zum Thema „Alleine Reisen “ sogar eine eigene Rubrik auf ihrem Blog und siehe da: Thailand steht unter den Tipps für die Grünschnäbel unter den Alleinreisenden – also alles richtig gemacht damals. Interessant fand ich vor allem die Vor- und vor allem Nachteile. Gerade die in den Nachteilen aufgeführte Langeweile mag vielleicht auf den ersten Blick auf der Minusseite des Alleinreisens stehen. Ich persönlich hatte da auch so meine Bedenken. Einen Abend alleine am Strand, okay, aber jeden Abend und das 3.5 Wochen? Alles Bollocks, ich habe bis jetzt auf jeder Reise total schnell Anschluss bekommen und die Abende, die ich alleine war (und das war manchmal schwieriger als gedacht), die habe ich voll und ganz genossen. Letztendlich startet man als Backpackerin zwar alleine die Reise, aber wirklich alleine ist man irgendwie nie.

Ich reise allein: Mutig? Verrückt? Oder doch irgendwie bemitleidenswert?
Einen ganz interessanten Ansatz fand ich in dem Artikel von Carina von Pink Kompass. Sie hat nämlich mal Männer und im speziellen Reiseblogger gefragt, was sie eigentlich über Frauen denken, die alleine reisen. Wenn ich Leuten erzähle, dass ich gerne alleine reise, sind die meist total erstaunt. Irgendwie scheint für viele die Vorstellung vom Alleinereisen seltsam zu sein. Manche gucken mich dann sogar bemitleidenswert an, nach dem Motto „die Arme, die muss alleine reisen“, andere finden es mutig, wieder andere schütteln mit dem Kopf und fragen sofort, ob das nicht gefährlich sei. Ich fand es mal sehr interessant, teilweise sogar sauamüsant, was denn die Männerwelt über alleinreisende Frauen denkt. Hier zum Beispiel ein Zitat aus dem Interview mit Simon von umdieweltreise.ch, was mich sehr zum Schmunzeln gebracht hat.

„Grösstenteils sehe ich keinen Unterschied, ob du als Frau oder Mann unterwegs bist, abgesehen vom Volumen des Kulturbeutels.“

Alle Interviews findet ihr hier

Indien & Südafrika sind böse: is klar! ^^
Ich komme ja gerade von meinem ersten Trip aus Mittelamerika wieder. Da ich die Kultur dort überhaupt nicht kannte und mein Spanisch ein wenig eingerostet war, hab ich mich für Costa Rica und Panama und gegen Nicaragua entschieden. Und ratet mal, was das nächste Ziel sein wird: richtig, Nicaragua und vielleicht noch Guatemala. Beide Länder, insbesondere letzteres, sind als gefährlich verschrien. Ähnliches schreiben die Medien ja auch über Indien, Südafrika oder Mexiko. Versteht mich nicht falsch, die Vorfälle, über die immer wieder berichtet wird, sind natürlich schrecklich und ich würde diese Länder vielleicht nicht zum Ziel meiner allerersten Reise alleine machen. Aber ich habe in Costa Rica einige Frauen kennengelernt, die Nicaragua und auch Guatemala ohne Probleme bereist haben. Ähnliches habe ich auch schon von Indien gehört, ein Land mit dem ich auch immer mal wieder liebäugele. Daher fand ich auch das Interview bei Pink Compass mit Doris von Littlemissitchyfeet.com sehr aufschlussreich und insbesondere ihr Fazit hat mich überzeugt:

„Indien ist eine Herausforderung, so intensiv, wie bisher kein einziges Reiseziel! Es gibt kein anderes Land, das dich in einem Moment zum Lachen bringt – und dich keine zwei Sekunden später in Tränen ausbrechen lässt. Und umgekehrt.“

Hier geht’s zum wirklich sehr lesenswerten Interview.

Zum Thema Südafrika und auch Südamerika hat Andrea hier ja auch schon mal im Blog geschrieben. Tja, was soll ich sagen: Auch Südafrika ist als Frau alleine möglich, ebenso Südamerika. Es ist eben nicht immer alles schwarz oder weiß, auch wenn das in der Berichterstattung über einige Länder oft den Anschein hat. Daher mein Tipp: Informiert euch natürlich vorher gründlich über euer Reiseland, seid neugierig und entdeckt die Welt.

 

 

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