Stromaufwärts: Reiseblogger Torsten Maue über Probleme und Tipps zu Steckdosen beim Reisen in Deutschland

Deutschland, 2013. Immer mehr Leute nutzen unterwegs Smartphones oder Tablets. Doch was, wenn man auf Reisen ist und plötzlich dem Gerät der Strom ausgeht? Was vor fünf Jahren noch gar nicht so wichtig war, ist für manche jetzt bereits essentiell wichtig: eine Steckdose. Die Zeiten wo höchstens Geschäftsreisende eine Steckdose für ihr Notebook benötigen, sind lange schon vorbei. Reist man mit dem Auto, so kann man mittels Adapter sein Smartphone (oder Tablet) bequem an der Steckdose des Zigarettenanzünders aufladen. Manche Autos haben dafür heutzutage schon zwei derartige Anschlüsse oder sogar direkt einen USB-­Anschluss zum Laden integriert. Wer mit den immer stärker im Kommen befindlichen Fernreisebussen durch Deutschland fährt, der wird dort an den Plätzen häufig auch Steckdosen finden, jedoch meistens nur eine für zwei Plätze. Hier ist es also immer ratsam im Bedarfsfall eine Verteilersteckdose bei sich zu führen. Dann kann man sich mit seinem Platznachbarn die Steckdose teilen.

Komplizierter sieht es da schon bei der Bahn aus. Immer mehr verschiedene Fahrzeugtypen, gerade auch im Nahverkehr, sorgen hier für unterschiedliche Ausstattungen und das nicht nur was Steckdosen angeht. Widmen wir uns also erst einmal dem Fernverkehr der Deutschen Bahn.

ICE (1, 2, 3, T)

Nach der Modernisierung der Baureihen ICE 1 und 2, sind nun inzwischen alle ICE mit Steckdosen ausgestattet. Diese befinden sich seitlich unterhalb der Sitze. Auch hier gilt: das Mitführen einer Vielfachsteckdosenleiste ist recht praktisch. Auf meinen Bahnreisen gehört eine solche immer mit zur Standardausrüstung. So kann ich neben meinem Smartphone auch gleich noch meinen Laptop und ggf. meinen Kindle Reader aufladen. Hier gibt es auch je nach Baureihe je Sitz eine Steckdose, manchmal auch nur eine Steckdose je Zweiersitz. In den Abteilwagen (nur im ICE 1 anzutreffen) sind die Steckdosen teilweise an der Wand angebracht, wenn man am Fenster sitzt.

So weit, so gut. Im ICE braucht man sich also keinerlei Sorgen um die Stromversorgung zu machen.

Der ICE (ex Metropolitan)

Zwischen Berlin und München pendeln die lokbespannten Zuggarnituren des Ex-Metropolitan als ICE mit den Zugnummern 100x. Wer so einen Zug erwischt, ich lege manchmal extra meine Reiseroute so, dass ich damit fahren kann, der darf sich nicht nur über sehr bequeme Ledersitze und viel Holz freuen, sondern auch über Steckdosen an jedem Platz. Dazu muss man dann nur mal nach unten an den Fuß seines eigenen Sitzes schauen und dort wird man dann die Steckdose erblicken. Eine Mehrfachsteckdose hilft auch hier, wenn man mehrere Geräte gleichzeitig aufladen möchte.

IC

Jetzt wird es etwas komplizierter, aber auch hier ist es durchaus möglich seine Geräte mit dem lebensnotwendigen Saft zu versorgen. lebensnotwendigen Saft zu versorgen. Aktuell werden über 700 IC ­Wagen der Deutschen Bahn Stück für Stück modernisiert. Die modernisierten Wagen werden dabei gleichzeitig auch flächendeckend mit Steckdosen an den Plätzen ausgestattet. Heute fahren diese Wagen bereits auf der Strecke Hamburg ­ Köln ­ Stuttgart, demnächst ist auch die Strecke Leipzig ­- Frankfurt komplett auf modernisierte IC­-Wagen umgestellt. Die anderen IC­Linien folgen dann Stück für Stück. Wer noch mit IC­ Zügen verreist, deren Wagenpark noch nicht modernisiert ist, der sollte folgendes beachten. Grundsätzlich sind die Steuerwagen zu meiden, die sind faktisch komplett ohne Steckdosen und entstammen den ehemaligen InterRegio­Zügen. In den anderen Wagen befinden sich Steckdosen an den Plätzen die mit Tischen ausgestattet sind. Die Steckdosen sind entweder unter den Tischplatten zu finden oder aber hinter der Sitzlehne an der Wand.

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© thinkstockphotos

In den Abteilwagen befinden sich Steckdosen an der Wand neben dem Fenster, meist von der Gardine verdeckt. 🙂

Meistens sind noch an ein oder zwei Sitzgruppen ohne Tisch in den Großraumwagen Steckdosen an der Wand zu finden. Ist dann aber auch immer nur eine Steckdose für eine Zweier­Sitzgruppe. Im IC ist es also schon etwas komplizierter. Wer sich eine Sitzplatzreservierung beschafft, sollte also entweder auf Fensterplätze im Abteilwagen oder auf Plätze mit Tisch im Großraumwagen bestehen. Da sind die Chancen dann am größten, aber in den nächsten ein bis zwei Jahren wird sich das Problem auch Stück für Stück lösen. Noch komplizierter wird es bei den EuroCity­Zügen, da hier ganz unterschiedliches Wagenmaterial verschiedener Bahnverwaltungen zum Einsatz kommt. In tschechischen Abteilwagen 2. Klasse bin ich mal ohne Steckdose unterwegs gewesen, während die 1. Klasse­Wagen der ÖBB dafür ausreichend mit Steckdosen versorgt sind.

Die Zukunft bei der Bahn im Fernverkehr?

Die sieht recht gut aus. Die IC­-Wagen werden wie bereits erwähnt zur Zeit modernisiert. Das soll bis Ende 2014 abgeschlossen sein. Ab Sommer 2014 sollen die neuen ICE der Reihe Velaro D zum Einsatz kommen, auch die dürften dann überall Steckdosen haben. Ab 2015 (ich glaube noch nicht dran) sollen 27 Doppelstock-­IC-­Züge durch Deutschland rollen, wo es dann auch an den Plätzen überall Steckdosen gibt. Und auch bei den ab 2020 ausgelieferten ICx-­Zügen (ha, auch daran hab ich noch meine Zweifel) sind Steckdosen an den Plätzen vorgesehen. Die Bahn bestellt zur Zeit überall bei ihren Zügen im Fernverkehr entsprechende Ausstattungen, die auch ausreichend Steckdosen enthalten. So dürfte man ab 2015/2016 wohl sich um solcherlei Dinge als Reisender im Fernverkehr keine Gedanken mehr machen brauchen.

Nahverkehr bei der Bahn

Der Nahverkehr wird in Deutschland von den Bundesländern bestellt und die legen auch fest, wie welche Fahrzeuge ausgestattet sein sollen. Das führt also zu einem großen Wirrwarr. Pauschal lässt sich hier folgendes sagen: je moderner die Fahrzeuge, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es auch Steckdosen gibt.

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In den S-­Bahn­-Fahrzeugen der Baureihen 420 und 425 sowie in allen
S-­Bahnen in Berlin gibt es grundsätzlich KEINE Steckdosen. Auch in älteren Doppelstockwagen wird man vergeblich nach Steckdosen suchen. Anders sieht es in den ab 2010/2011 ausgelieferten Doppelstockwagen aus (die mit der bläulichen Beleuchtung). Dort finden sich überall Steckdosen in den Wänden.

In den recht neuen Triebwagen der Reihe 442 findet man die Steckdosen an der Decke. Das ist recht unbequem und hier bedarf es langer Kabel, sonst baumelt das Smartphone in der Luft rum. Daher hier lieber ne Mehrfachsteckdose dabei haben, die dranhängen und dann kann man zu ladende Gerät auf normaler Höhe dranstöpseln und auch noch benutzen währenddessen. Bei den Desiro­Triebwagen der ersten Generation (BR 642) muss man auch auf Steckdosen verzichten, da hilft es auch nicht sich in die 1. Klasse zu verkrümeln. Auch die von verschiedenen Bahngesellschaften eingesetzten Triebwagen der Reihe 650 haben keine Steckdosen im Angebot.vDagegen gibt es Steckdosen in den neuen Doppelstocktriebzügen der Ostdeutschen Eisenbahn­Gesellschaft (ODEG).

Es ist also sehr unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Wer ungefähr weiss, welche Fahrzeuge wo eingesetzt werden, kann im Bedarfsfall seine Reiseroute auch danach ausrichten.

Steckdosen in Restaurants

Vorreiter hier ist und bleibt Starbucks. Die Coffeeshopkette bietet ihren Gästen Steckdosen an, damit diese nebenbei ihre Smartphones und Laptops aufladen können. Doch noch längst nicht überall setzt sich so etwas durch. Im Zweifelsfall sollte man hier ansonsten mal freundlich die Bedienung fragen, ob es eine Möglichkeit gibt, sein Gerät mit Strom zu versorgen. Wer freundlich fragt, wird auch eine freundliche Antwort bekommen.

Was tun wenn keine Steckdosen verfügbar sind?

Das erlebe ich im Nahverkehr immer wieder, aber auch wenn man unterwegs auf Wanderung ist, kommt es vor, dass keine Steckdose zur Verfügung steht. Hierfür habe ich positive Erfahrungen mit Powerakkus gemacht, die dazu dienen, den eigentlichen Akku wieder aufzuladen. Doch auch hier sollte man nicht zum billigsten Gerät greifen, denn die kann man häufig nach paar Einsätzen wegwerfen. Aktuell sind derzeit die Powerakkus von ANKER zu empfehlen, da stimmt das Preis-­Leistungs-­Verhältnis auf jeden Fall. Ich habe meinen Powerakku immer mit dabei auf Reisen. Mit 10.000 mAh kann ich mein Smartphone darüber bis zu viermal aufladen, das reicht also als Reserve voll und ganz aus.

Mit all diesen Infos versehen (und ggf. einen externen Akkupack) dürfte man dann wohl nie mehr das Problem haben, plötzlich ohne Strom dazustehen. So gehe ich manchmal mit fast leerem Akku auf Reisen, weil ich weiß, dass ich unterwegs genügend Möglichkeiten habe, selbigen aufzuladen. Vor ein paar Jahren sah das noch ganz anders aus, denn selbst die ICE 1­-Züge erhielten erst bei der Modernisierung Steckdosen und im Nahverkehr war daran gar nicht zu denken.Wer ansonsten ein paar grundlegende Stromspartipps für sein Smartphone beachtet, braucht übrigens auch seltener eine Steckdose. Also ruhig mal die Synchonisierungsfunktion ausschalten und die Displayhelligkeit runterfahren. Auch das WLAN abschalten, wenn es nicht benötigt wird und schon hält der Akku um einiges länger. Dann überlebt man auch eine Bahnfahrt ohne Steckdose. 🙂

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Über den Autor

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Torsten Maue ist Blogger und arbeitet als Suchmaschinenoptimierer bei einer Magdeburger Online-Marketing-Agentur. Außerdem ist er beratend im Social Media Bereich tätig und gern gesehener (Stamm-)Gast auf Deutschlands Barcamps.

Als Blogger schreibt er regelmäßig zu Themen wie Social Media, Suchmaschinenoptimierung und gibt Ausflugstipps in Deutschland auf seinem Reiseblog.

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fluggast Unsere Fluggäste im tripsta Blog sind Reise- und Techblogger sowie Reisebegeisterte, die hier als Gastautoren zum Thema "Digitales Reisen" bloggen. Wir sind jederzeit auf der Suche nach weiteren Gastautoren. Bei Interesse könnt ihr euch gerne bei Christina (blog (at) tripsta.de) melden.

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