Verrückte Landkarten Teil 2: Zerknüllte Binnenländer zum Freirubbeln

“So klein ist die Welt” passt vielleicht nicht ganz, aber irgendwie doch zu dem Zufall, dass ich ausgerechnet einige Tage nach Verfassen meines ersten Teils über verrückte Landkarten in der Zeitung lese, dass sich nächste Woche direkt vor meiner Haustür etwa 1500 Kartographen und Experten für Geoinformationssysteme zum 26. Kartographie-Weltkongress hier in Dresden treffen. Parallel findet auch der 61. Deutsche Kartographentag statt. Neben Vorträgen und Präsentationen wird es auch für die Öffentlichkeit zugängliche Ausstellungen geben. Ob es dort neue Schätze zu bewundern geben wird? Ich bin jedenfalls auf den Geschmack gekommen und kann (und werde) noch den einen oder anderen Beitrag über meine Fundstücke verfassen.

Ganz bequem vom Sofa aus ist der Landkarten BLOG von Michael Ritz eine wahre Fundgrube an interessanten Weltkarten und anverwandten Themen. Der Mönchengladbacher bietet außerdem ganz praktische Hilfestellung, indem er beispielsweise die gängigen Routenplaner und Navigationssysteme ausführlichen Tests unterzieht. Klickt Euch mal durch!

Länder ohne Küste

Genau dort habe ich auch die Weltkarte der Binnenstaaten entdeckt. Ganz ehrlich: Ich habe nie wirklich darüber nachgedacht, dass das gar nicht mal sooo viele sind. 44 von 194 Staaten um genau zu sein. Die meisten Binnenländer wohnen also – wie hierzulande – in Küstenstaaten. Man wirft diesen ja gerne einen beschränkten Horizont vor, weil man neben der stets begrenzten Aussicht auch wenig Kontakt zu den Seefahrern ferner Länder hatte. Aber welchen Einfluss hat heutzutage schon die Schifffahrt auf das Denken? Im Jahr 2012 wurden am Flughafen Frankfurt jedenfalls insgesamt 57,5 Millionen Passagiere gezählt. Im ersten Halbjahr 2013 konnten bis einschließlich dem 30. Juni im Hamburger Hafen gerade Mal 271.317 Passagiere (auf Kreuzfahrten) gezählt werden.

Binnenländer (Screenshot)

Binnenländer (Screenshot)


Ein echter Knüller

Vorbei sind die Zeiten umständlich gefalteter Stadtpläne, schräg geklebter Tesafilmstreifen und abgegriffener Straßenbezeichnungen. Die italienischen Designer von Palomar haben die Crumbled City Map für beliebte Großstädte entworfen, die sich zum Knäuel formen lassen und sogar wasserfest sind. Unbedingt outdoortauglich, eben ein echter Knüller!

Knüll(er)karten (c) Crumbled City Map

Rubbel Dir die Welt, wie sie Dir gefällt

Die Ideen der Briten von Luckies lassen Weltkarten zur ganz individuellen Angelegenheit werden. Der Klassiker Scratch Map kann so manche öde Familienzusammenkunft kommunikativ auflockern, getreu dem Motto: „Tantchen, erzähl doch mal von deiner Safari in Kenia und Peter, wie war es eigentlich in Mexiko?“. Auch die Welt als Korkwand und die Kühlschrankmagneten Mapnetic eignen sich nicht nur zur Dekoration.

Rubbellkarte (c) Scratchmap

Rubbellkarte (c) Scratchmap

Streetviewzufälle

Der ultimative Vorschlag zum Prokrastinieren ist Mapcrunch. Mittels eines Zufallsgenerators für Google Street Views kann man sich zum Beispiel ein bisschen in Botswana, Taiwan oder der Antarktis umschauen und muss dafür nicht mal das Haus verlassen.

www.mapcrunch.com (Screenshot)

Reisen ins Glück

Darf’s ein bisschen Glück sein? Der World Happiness Report der Columbia University zeigt, dass Skandinavien hinsichtlich der Lebensqualität ganz vorn mitmischt  – ganz unabhängig von dem Vorurteil, es herrsche immerzu schlechtes Wetter im Norden. Auch die weiteren Platzierungen sollte man bei der nächsten Urlaubsplanung durchaus berücksichtigen. Kanada, Neuseeland, Costa Rica… feeling good ist offenbar in allen Himmelsrichtungen möglich.

Happy Index Map

Happy Index Map

Weitere Fundstücke in Kürze. Über Hinweise freue ich mich natürlich sehr.

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